ehemaliger Bahnhof Gundheim, © Verbandsgemeinde Wonnegau / Michael Thier© Verbandsgemeinde Wonnegau / Michael Thier

Gundheim in der Frühzeit


Wie fast alle umgebenden Dörfer der Verbandsgemeinde, so kann auch Gundheim auf eine über 1500-jährige nachweisliche Geschichte zurückblicken. Im Jahre 496 n. Chr. besiegte nämlich der Frankenkönig Chlodwig l. die Alemannen. Ab dieser Zeit begann dann die Landnahme und die Besiedlung unserer Gegend durch die Franken. Die erste urkundliche Erwähnung findet Gundheim im Jahre 774.


Auch aus dieser Zeit stammt der beurkundete Nachweis über eine Kirche in Gundheim. Am 12. April 791 stiftete das Frankenpaar Erhulf und Walburga für ihr 'Seelenheil' dem Kloster Lorsch eine Basilica, eine Kirche, die dem Heiligen Martin geweiht war mit entsprechenden Bauten, Äckern, Feldern, Wiesen und Weinbergen und zusätzlich 14 Leibeigenen.
Durch weitere, urkundliche belegte Schenkungen, hatte das Kloster Lorsch einen grossen Besitzstand an Gütern am Dorf und der Gemarkung von Gundheim. Zur Bewirtschaftung dieser Besitztümer gab das Kloster diese nach und nach mehreren seiner Dienstmänner zu Lehen, einer pachtähnlichen Nutzung. Im Jahr 1050 besitzt das Kloster Lorsch 270 Morgen 'Herrenland' und 8 'Knechtshöfe' je zu etwa 30 Morgen. Und wenn es 'Herrenland' gab, so müsste in Gundheim auch ein 'Herrenhof', eine: 'Villa' bestanden haben.


Die Ritter von Guntheim (1100 -1500)


Einer Schlichtungsurkunde des Bischofs Konrad von Worms aus dem Jahre 1190 hat Hug von Guntheim als Laienzeuge sein Siegel aufgehängt. In Jahre 1215 wird ein Ritter Johannes von Guntheim erwähnt, der für seine und seiner Eltern Seelenruhe von seinen in Nieder-Flörsheim gelegenen Gütern einen mansus (30 bis 40 Morgen) an das Kloster Sankt Marie vermachte. Von nun an tauchen im Laufe der nächsten Jahrzehnte viele Namen des Rittergeschlechtes derer von Guntheim auf, bis gegen Ende des 15. Jahrhunderts neben einem Domherrn nur noch weibliche Glieder der adeligen Familie genannt werden. Da von den Töchtern der letzten Ritter von Guntheim keine ihren Mädchennamen erwerben konnte, ist mit ihnen das Adelsgeschlecht erloschen.

Die Herren von Greiffenklau (1700 -1800) und ihre Beziehungen zu Gundheim

Im Heimatmuseum ist eine Urkunde der Familie Greiffenklau als besonderes Ausstellungsstück in Kopie zu sehen. Die Adelsfamilie hatte das Lehen inne bis zur Besetzung durch die Franzosen im Jahre 1794.


Ein sehr altes, historisches Wappen finden wir über dem Toreingang zum Haus Hauptstrasse 29 (Falkenstein). Dabei handelt es sich um ein Doppelwappen, das einmal einen gekrönten Löwen, das Wappen der Obersteiner, und gegenüber einen Wappenschild mit einem Schrägbalken zeigt, auf dem sich drei Ballen befinden. Dieser Stein könnte durchaus einmal den Schlosseingang geziert haben. Es handelt sich um das Wappen der Gemahlin des Schlossherrn. Die Urgrossmutter des ersten Greiffenklau'schen Lehensherren, die mit Rudolf von Oberstein vermählt war, führte als Mädchennamen Rosine Schliderich von Lachen. Da ihr Gemahl 1616 gestorben ist, muss das Wappen wohl aus der Zeit vor 1600 stammen.


An die Greiffenklauer erinnert in Gundheim ebenfalls das Wappen an der Empore in unserer Pfarrkirche. Aber auch eine Dorfstrasse wurde nach den Greiffenklauern benannt. Die Freiherren 'Von Matuschka-Greiffenklau' sahen sich bis in die Neuzeit mit Gundheim verbunden. Aus Anlass des 25-jährigen Vereinsjubiläums des Heimatvereins im Jahr 1989 liess es sich der leider verstorbene Ernst Graf Matuschka-Greiffenklau selbst nicht nehmen, als Schirmherr dieses Festes zur Verfügung zu stehen. Es waren jedoch nicht nur die oben genannten Adelsfamilien, die die über 1500-jährige Geschichte unseres Heimatdorfes gestalteten.



Gundheim von Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart


Mit der Französichen Revolution von 1789 ging auch für unsere Heimat die alte Zeit zu Ende. Ab 1792 vertrieben die Truppen der französischen Revolutionäre die alten Herren. Ab 1797 wurde das linke Rheinufer französisch. Worms wurde die Kantonshauptstadt im Arrondissement Speyer. Gundheim gehörte zum Canton Pfeddersheim im Departement Monte Donner (Donnersberg).


Die französischen Besatzer bedienten sich einheimischer Verwaltungsleute. So war von 1799 - 1803 der Bürger Anton Wagner als 'Volksagent' eingesetzt. Er trug den Titel 'Maire' (Bürgermeister). Von 1803 -1814 war Bürger Christian Herding Maire von Gundheim. Er behielt sein Amt auch nach der Franzosenzeit als Grossherzoglich Hessischer Bürgermeister bis zum Jahre 1843. Im Jahre 1834 zahlte Bürgermeister Christian Herding als 18. unter den 60 Höchstbesteuerten des 7. Bezirkes der Provinz Rheinhessen 149 Gulden Steuern (1 Pferd kostete damals 100 Gulden). Gundheim hatte zu dieser Zeit 542 Einwohner, 537 Katholiken und 5 Evangelische. Nach vorübergehender bayerisch- österreichischer Verwaltung kam unser Raum, nach Vollzug der Wiener Kongressakte im Jahre 1816 an das Grossherzogtum Hessen und wurde als Provinz 'Rheinhessen' zentral von Mainz aus verwaltet. Der regierende Fürst in Darmstadt nannte sich nun 'Grossherzog von Hessen und bei Rhein'. Diese gebildete Provinzialregierung wurde im Jahre 1835 aufgehoben. Neu entstanden der Kreis Alzey mit den Kantonen Alzey und Wörrstadt sowie der Kreis Worms mit den Kantonen Worms, Osthofen und Pfeddersheim.

 

 
Um noch mehr über Gundheim zu erfahren, schauen Sie auch den Kurzfilm des SWR an: Schlossgasse in Gundheim
 
 

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