Westhofen, © Michael Jung© Michael Jung

Die Seebachquelle - zieht schon Kelten und Römer an

Die günstige Lage mit den wasserreichen Seebachquellen lud schon stein- und bronzezeitliche Siedler zur Gründung von Wohnstätten ein. Spuren weisen darauf hin, dass bereits Brandkeramiker, Kelten, Römer, Vangionen, Alemannen, Franken und andere hier siedelten. Die fränkische Siedlung gruppierte sich direkt um die Seebachquelle und wird im Jahr 744 erstmals in einer Schenkung an das Kloster Lorsch unter dem Namen "Seeheim im Wormsgau" erwähnt. Der Name Westhofen stammt von dem königlichen Saalhof "Westhofen" der in der Nähe, etwa am heutigen Marktplatz, gegründet wurde. Der Saalhof, sein Höfeverband und die Siedlung gelangen um 850 als Schenkung an die Abtei Weißenburg im Elsaß.

 

Die wirtschafliche Bedeutung von Westhofen

Die später von der Abtei mit Hoheitsrechten belehnten Adelsgeschlechter bemühten sich erfolgreich, die wirtschaftliche Bedeutung von Westhofen zu fördern, was im Jahr 1334 durch die Verleihung der Marktrechte dokumentiert wird. Noch im 16. Jahrhundert war Westhofen "dreiherrisch", denn es gab drei Herren: den Pfalzgrafen, den Grafen von Nassau und die Freiherren von Hohenfels-Reipoltskirchen. Letztere residierten in ihrem Schloss am Marktplatz, wo die Ortsherren durch ein gemeinsames Kelterhaus zum Keltern des Zehntweines besaßen.

Mit dem Erlöschen des Adelshauses verfielen die Besitzungen. Im Mittelalter wurde der Ort durch eine turmbewehrte Mauer mit sechs befestigten Toren und einem Wall umgeben.

1615 kommt Westhofen in Alleinbesitz der Kurpfalz. Während des Bauernkriegs (1525) und des Dreißigjährigen Kriegs (1621) kam es zu starken Verwüstungen. Zu den wenigen Westhofener Familien, die den Krieg überlebten, gesellten sich Einwanderer aus Süddeutschland, Frankreich und vor allem aus den Niederlanden.

Erst im 19. Jahrhundert erfolgte die Ausdehnung der Bebauung über die niedergelegten Befestigung hinaus. Von Reichtum und Bedeutung der Gemeinde in der Vergangenheit kündet eine Vielzahl bis heute erhaltener stattlicher Häuser, Höfe und Adelshöfe im Ortsbild.

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